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Logan Lucky
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Logan Lucky (Alternativtitel: Der Hillbilly-Coupcite-ref-3[3]) ist eine Kriminalkomödie von Steven Soderbergh, die am 18. August 2017 in die US-amerikanischen Kinos kam.

Contents

‱ Handlung
‱ Produktion
‱ Rezeption
‱ Kritiken
‱ Weblinks

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Handlung

Clyde und Jimmy Logan sind BrĂŒder und vom Pech verfolgt. So glaubt Clyde, dass ein Familienfluch auf ihnen lastet. Jimmy war an seiner High School in West Virginia ein American-Football-Star und hatte ein Stipendium fĂŒr eine namhafte UniversitĂ€t. Doch nun hat er mit den Folgen einer Knieverletzung zu kĂ€mpfen, die seine vielversprechende Football-Karriere abrupt beendete. Aufgrund dieser verliert er zudem seinen Job als Bauarbeiter. In mehreren Nebenhandlungen wird Jimmys Privatleben dargestellt: Er lebt von seiner Ex-Frau Bobbie Jo getrennt; diese ist inzwischen mit dem AutohĂ€ndler Moody Chapman liiert. Mit Bobbie Jo hat Jimmy die gemeinsame Tochter Sadie, zu der er ein sehr gutes VerhĂ€ltnis hat und die bei einem Schönheitswettbewerb fĂŒr Kinder antreten möchte. Jedoch will Bobbie Jo mit ihrem Mann wegziehen, was es Jimmy erschweren wird, seine Tochter zu sehen. Clyde hat im Irakkrieg seinen linken Unterarm verloren und ist nun als einarmiger Barkeeper in einer schummerigen Spelunke gelegentlich Zielscheibe fĂŒr flaue Witze.

Daraufhin wollen die beiden ziemlich abgebrannten BrĂŒder gemeinsam mit ihrer Schwester Mellie ein großes Ding in North Carolina drehen: Jimmy weiß, dass der Tresor, in dem die Tageseinnahmen des Charlotte Motor Speedway landen, aufgrund unterirdischer Ausbesserungsarbeiten nicht so gesichert ist wie sonst ĂŒblich. Erst mĂŒssen die beiden aber noch den Safeknacker und Sprengstoffexperten Joe Bang aus dem GefĂ€ngnis befreien. Um Joe, der das GefĂ€ngnis eigentlich gar nicht verlassen will, zu ĂŒberzeugen, bei der Sache mitzumachen, verrĂ€t ihm Jimmy, dass Joes Ex-Freundin gerade das von ihm erbeutete Geld ausgibt. Die Logans mĂŒssen des Weiteren die beiden geistig schlichten BrĂŒder Joe Bangs ĂŒberreden mitzumachen. Dann fĂ€hrt Clyde absichtlich mit einem Auto in den GeschĂ€ftsraum einer Tankstelle, wird zu 90 Tagen GefĂ€ngnis verurteilt und trifft dort auf Joe Bang, um diesem beim Ausbruch zu helfen.

Da die Bauarbeiten an der Rennstrecke schneller voran gehen als geplant, muss die Aktion um eine Woche vorverlegt werden und fĂ€llt nun auf das Coca-Cola 600, ein berĂŒhmtes und Ă€ußerst gut besuchtes NASCAR-Rennen. Am Tag des Coups fliehen Joe und Clyde in speziell gebauten KĂ€sten, die sie unterhalb der Gefangenentransporter angebracht haben, aus dem GefĂ€ngnis und werden von Mellie abgeholt. Die Bang-BrĂŒder legen mit einem Sprengstoff-Cocktail ihres Bruders die Internet-Verbindung der Rennstrecke lahm, woraufhin alle Zahlungen bar erfolgen mĂŒssen. Die Einnahmen werden von allen Verkaufsstellen per Rohrpost in den zentralen Tresor gebracht. Joe beschĂ€digt das Rohrpostsystem mit einem improvisierten Sprengsatz, um den Diebstahl des Geldes zu ermöglichen. Jimmy und seine Mitstreiter im Tunnel saugen die Geldscheine mit einem riesigen Staubsauger ab und fĂŒllen sie in MĂŒllsĂ€cke. Die Bang-BrĂŒder fahren einen Teil der SĂ€cke mit einem Elektrokarren nach draußen. Ein zweiter Teil wird – von den beiden unbemerkt – per MĂŒllwagen aus dem GebĂ€ude der Rennstrecke gebracht.

Durch die Explosion verteilt sich jedoch Rauch im Rohrpostsystem, was vom Sicherheitsteam bemerkt wird. Zwei WachmĂ€nner gehen der Sache auf den Grund und decken den Raub beinahe auf, werden aber mehrmals, teils zufĂ€llig, von der Bande abgelenkt. Noch wĂ€hrend die Aktion lĂ€uft, machen sich Joe und Clyde auf den Weg zurĂŒck ins GefĂ€ngnis. Dabei werden sie von Max Chilblain, einem GeschĂ€ftsmann und Rennteambesitzer, sowie seinem Fahrer Dayton White entdeckt. Chilblain erkennt Clyde wieder – in der Bar, in der dieser arbeitet, kam es zu einer SchlĂ€gerei zwischen Jimmy und Chilblain aufgrund abwertender Witze des GetrĂ€nkeunternehmers ĂŒber die körperlichen BeeintrĂ€chtigungen der Logan-BrĂŒder. Auch diese Begegnung endet wieder mit einer SchlĂ€gerei. Letztlich können Joe und Clyde aber entkommen und schleichen sich als Feuerwehrleute verkleidet wieder ins GefĂ€ngnis. Ihre Mitgefangenen hatten dafĂŒr im Essraum des GefĂ€ngnisses einen Brandmelder und somit einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Bereits zuvor hatten sie einen Gefangenenaufstand fingiert, um die Abwesenheit von Joe und Clyde zu vertuschen.

Das FBI untersucht den Raub unter FĂŒhrung der Agentin Sarah Grayson. Allerdings haben Joe und Clyde durch ihren vermeintlichen GefĂ€ngnisaufenthalt das perfekte Alibi. Wenig spĂ€ter wird der „offizielle“ Teil der Beute in einem gestohlenen Lastzug gefunden. Es stellt sich jedoch heraus, dass dem Betreiber der Rennstrecke gar nicht bekannt war, welchen Betrag die Beute ausmachte und dass tatsĂ€chlich mehr gestohlen wurde als angenommen. Nachdem das FBI die Ermittlungen eingestellt hat, kann Jimmy den Beteiligten ihren Anteil aus dem nicht zurĂŒckgegebenen Teil der Beute zukommen lassen. Joe Bang findet eines Morgens eine Schaufel auf seiner Veranda, was er als Aufforderung versteht, unter der Eiche in seinem Garten nachzugraben, wo er frĂŒher schon sein gestohlenes Geld versteckt hatte. Auch der MĂŒllwagenfahrer und der Organisator des Brandes im GefĂ€ngnis werden an der Beute beteiligt.

Sadie gewinnt derweil den Wettbewerb mit dem Lied Take Me Home, Country Roads. Sie wĂ€hlte dieses Lied extra deswegen aus, weil es das Lieblingslied ihres Vaters sei. ZufĂ€llig trifft Jimmy im Lauf der Handlung außerdem noch seine ehemalige Schulfreundin Sylvia Harrison, mit der er am Ende ein VerhĂ€ltnis beginnt.

Der Film endet mit einem offenen Ende: Die letzte Szene spielt in Clydes Kneipe, in der die Logan-Geschwister, Joe und Sylvia Harrison gemeinsam auf den erfolgreichen Raub anstoßen. Auf der anderen Seite des Tresens sitzt die ihnen unbekannte Sarah Grayson, die die Bande beobachtet und sich an Clyde heranmacht – offensichtlich hat sie den Fall noch nicht aufgegeben.

Produktion

Stab, Besetzung und Synchronisation

Regie fĂŒhrte Steven Soderbergh, der auch als Kameramann und Filmeditor fungierte. Als Drehbuchautorin wird Rebecca Blunt angegeben, wobei Kenner des FilmgeschĂ€fts bei dieser Angabe von einem Pseudonym ausgehen.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Soderbergh selbst beschreibt den Film als eine Art komplette Umkehrung des Prinzips seiner Ocean’s-Eleven-Filme, empfindet dies jedoch als positiv: „Niemand zieht sich schick an. Niemand hat coole Gadgets. Sie haben kein Geld. Sie haben keine Technik.“ Genau dies habe ihn so an dem Filmprojekt fasziniert, so Soderbergh.cite-ref-turnonbinder-6-0[6] Der Film wurde komplett außerhalb des Hollywoodsystems finanziert. Das Geld fĂŒr die Dreharbeiten und die Vermarktung stammte aus dem Vorverkauf der internationalen Verleihrechte wie sĂ€mtlicher Rechte fĂŒr den Home-Entertainment-Markt.cite-ref-7[7] Die Filmmusik wurde von David Holmes komponiert. Der Soundtrack zum Film umfasst 16 MusikstĂŒcke und wurde am 18. August 2017 von Milan Records veröffentlicht.cite-ref-8[8]

Adam Driver ĂŒbernahm im Film die Rolle von Clyde Logan, Channing Tatum spielt seinen Bruder Jimmy Logan. Riley Keough erhielt die Rolle von Mellie Logan, und Daniel Craig spielt Joe Bang.cite-ref-9[9] In der Rolle von Bobbie Jo Logan Chapman ist Katie Holmes zu sehen, und Seth MacFarlane spielt Max Chilblain. Eine Reihe von Rennfahrern haben im Film Cameo-Auftritte, so Kyle Busch, Kyle Larson und der pensionierte Carl Edwards.cite-ref-10[10] Die Fahrer Brad Keselowski und Joey Logano sind in den Rollen zweier Sicherheitsbeamter zu sehen, die sich wie Polizisten fĂŒhlen. Der NASCAR-Fahrer und Nachwuchsschauspieler Ryan Blaney ĂŒbernahm die Rolle eines Lieferjungen.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Timmo Niesner unter der Dialogregie von Christoph Cierpka im Auftrag der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin. Daniel Fehlow leiht hierbei Jimmy Logan seine Stimme, Robert Glatzeder seinem Bruder Clyde und Joanna Kitzl ihrer Schwester Mellie. Joe Bang wird in der deutschen Synchronisation von Dietmar Wunder gesprochen und sein Bruder Sam von Jesco Wirthgen.

Dreharbeiten und Ausstattung

Die Dreharbeiten begannen am 24. August 2016.cite-ref-11[11] Sie fanden am Hudson Hickory House in Douglasville und am Clayton County Landfill im Clayton County statt, die beide in Georgia gelegen sind. Weitere Aufnahmen entstanden in der Stadt Charlotte, die mit dem Charlotte Motor Speedway der Austragungsort mehrerer NASCAR-Rennen ist. Neben den Dreharbeiten am Charlotte Motor Speedway fanden auch Aufnahmen am Atlanta Motor Speedway statt.cite-ref-motorsport-com-12-0[12]

Das Szenenbild schuf Howard Cummings, so die Duck Tape Bar, in der Clyde Logan arbeitet.

Marketing und Veröffentlichung

Ende Mai 2017 wurde ein erster Trailer zum Film veröffentlicht.cite-ref-13[13] Im Juni 2017 folgte ein deutlich lÀngerer Trailer.cite-ref-14[14]

Der Film wurde am 2. August 2017 vorab in Charlotte vorgestellt, wo der Film zu Teilen auch gedreht wurde,cite-ref-15[15]cite-ref-motorsport-com-12-1[12] feierte am 7. August 2017 in Tel Aviv seine internationale Premiere und kam am 18. August 2017 in die US-Kinos.cite-ref-turnonbinder-6-1[6] Ein Kinostart in Deutschland erfolgte am 14. September 2017.cite-ref-16[16] Im Oktober und November 2017 wurde der Film im Rahmen des offiziellen Wettbewerbs beim Festa del Cinema di Roma gezeigt.cite-ref-17[17]

Rezeption

Altersfreigabe

In den USA wurde der Film von der MPAA als PG-13 eingestuft.cite-ref-18[18] In Deutschland ist der Film FSK 12. In der FreigabebegrĂŒndung heißt es: „Der episodisch angelegte Film wartet mit typischen Genreelementen der Gangsterkomödie, viel Situationskomik bis hin zum Slapstick und ĂŒberzeichneten Charakteren auf. Kinder im Grundschulalter können zwar einzelne gewalthaltige Szenen und die immer wieder derbe Sprache irritieren, doch ab 12-JĂ€hrige sind in der Lage, diese Elemente auf der Basis ihrer bereits gesammelten Medienerfahrung als komödiantisch ĂŒberhöht zu entschlĂŒsseln und in den Gesamtkontext einzuordnen.“cite-ref-19[19]

Kritiken

Der Film konnte bislang 92 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes ĂŒberzeugen bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 7,5 der möglichen 10 Punkte.cite-ref-20[20]

Dabei wird in vielen deutschsprachigen Presseveröffentlichungen an frĂŒhere erfolgreiche Gaunerkomödien des Regisseurs erinnert und im Vergleich die einfache Herkunft der Protagonisten aus den SĂŒdstaaten in diesem Film hervorgehoben. Insbesondere der aus den James-Bond-Filmen als stilsicherer Geheimagent bekannte Daniel Craig ĂŒberzeuge in seiner Rolle als Redneck-Ganove. So schreibt Dirk Peitz in der Zeit von einer „SĂŒdstaatenversion der Ocean’s Filme“ und Nina Jerzy spricht in der NZZ vom „verschwitzten Arbeiterklasse-GegenstĂŒck von Ocean’s Eleven“.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Hannah Pilarczyk im Spiegel bewertet die „Discounter-Version der Oceans Millionen-Coups“ als „wahrscheinlich beste Unterhaltung in diesem Kinoherbst“.cite-ref-23[23]

Katrin HĂ€ger bezieht sich im Filmdienst auf das Lokalkolorit und ist dabei insbesondere von der Langsamkeit und Entspanntheit, welche der Film vermittle, begeistert.cite-ref-24[24]

David Ehrlich (IndieWire) meint, Steven Soderbergh kehre mit einem albernen Heist-Film, der wahrhaft Seele besitze, aus dem Ruhestand zurĂŒck.cite-ref-25[25]

Sascha Westphal schreibt in epd Film, aus dem Kontrast zwischen den UnzulĂ€nglichkeiten seiner Figuren und der Perfektion, mit der er ihren kĂŒhnen Raubzug, zu dem auch ein ĂŒberaus innovativer GefĂ€ngnisausbruch zĂ€hlt, in Szene setze, schlage Soderbergh nicht nur komödiantische Funken: „Er zĂŒndet auch ein regelrechtes Feuerwerk aus visuellen Gags und doppeldeutigen Dialogen. Die komödiantische Leichtigkeit, die auch schon die Oceans-Reihe und Teile von Magic Mike kennzeichnete, ist hier aber weitaus mehr als nur eine stilistische Eigenart. Sie ist die entscheidende Vo­raussetzung fĂŒr ein filmpolitisches Experiment.“cite-ref-26[26]

Christian Berndt erklĂ€rte Deutschlandradio, dadurch, dass die BrĂŒder im Film die SchwĂ€chen eines dysfunktionalen Gesellschaftssystems nutzten, das einen solchen Raub geradezu folgerichtig erscheinen lasse, gelinge es Soderbergh, eine sehr zeitgemĂ€ĂŸe Robin-Hood-Geschichte zu erzĂ€hlen mit einer Schlusspointe, die dem Film utopischen Charakter verleihe.cite-ref-27[27]

Etwas kritischer ist Jerzy in ihrer NZZ-Rezension, die sich zum einen auf die besondere Form der Finanzierung durch den Independent-Regisseur bezieht und die Spielfreude der Beteiligten lobt, den Humor jedoch teilweise an der Grenze zur „HinterwĂ€ldler-Parodie“ empfindet und auch das Ende fĂŒr eine allzu clevere Dramaturgie hĂ€lt. Andreas Kilb von der FAZ hat diese Hillbilly-Welt schon vor Jahren in Filmen der Coen-BrĂŒder gesehen und findet deshalb Sonderberghs Beitrag nicht besonders originell.cite-ref-28[28]

Der deutsche Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt bezeichnete den Film dabei als den bislang besten Eintrag in Steven Soderberghs ƒuvre.cite-ref-29[29] Im Kontrast zu frĂŒheren Werken des Regisseurs, die er teilweise als „schlampig konstruiert“ und „selbstgefĂ€llig“ kritisiert hatte, hebt Schmitt insbesondere das Drehbuch von Rebecca Blunt hervor. Im Zentrum seiner Deutung steht die soziale Dimension der Figuren Jimmy und Clyde Logan. Schmitt beschreibt sie als „Verlierer“, deren prekĂ€ren Status der Film nicht auf individuelles Versagen, sondern auf strukturelle Bedingungen zurĂŒckfĂŒhrt. Die BrĂŒder verkörpern fĂŒr ihn die US-amerikanische Arbeiterklasse, die durch wirtschaftliche Rationalisierung und politische VernachlĂ€ssigung an den Rand gedrĂ€ngt worden sei. Exemplarisch verweist Schmitt auf Clydes Kriegsverletzung und Jimmys KĂŒndigung aufgrund seiner körperlichen Versehrtheit, die er als Hinweise auf ein System liest, in dem Arbeitskraft nur solange zĂ€hlt, wie sie reibungslos funktioniert. Vor diesem Hintergrund interpretiert Schmitt den geplanten RaubĂŒberfall beim patriotisch aufgeladenen NASCAR-Rennen als Akt des Klassenkampfes: Die Logans und ihre Komplizen unterbrechen den geregelten Kapitalfluss und richten sich damit symbolisch gegen die herrschende Klasse. Wichtig ist ihm dabei auch die rĂ€umliche Metaphorik: Der Coup findet in Tunneln und unterirdischen Anlagen statt, was Schmitt mit der traditionellen Unsichtbarkeit von Arbeiterinnen und Arbeitern in der Kulturgeschichte verknĂŒpft – mit AnklĂ€ngen an Wagners Ring des Nibelungen und Fritz Langs Metropolis. Der Raub werde nicht als glamouröser Geniestreich inszeniert, sondern als körperlich anstrengende, prĂ€zise organisierte Arbeit. Schmitt sieht in der Sabotage des elektronischen Bezahlsystems zudem eine Kritik am „elektronischen Kapitalismus“ und ein implizites PlĂ€doyer fĂŒr Bargeld, das im digitalen Zeitalter als letzte analoge, manipulierbare GrĂ¶ĂŸe erscheine. In Anlehnung an den Historiker Eric Hobsbawm ordnet er die Logans als „Sozialrebellen“ ein: In einer Situation, in der klassische Formen kollektiver Organisation wie Gewerkschaften schwĂ€cher werden und der Staat als Schutzinstanz versage, wachse die AttraktivitĂ€t privater Racheakte und individueller Gerechtigkeit – ein Motiv, das er als zentrales Thema des Films herausstellt. Auf einer Meta-Ebene deutet Schmitt auch Soderberghs Produktionsstrategie als Geste des Widerstands: Der Regisseur grĂŒndete fĂŒr den US-Verleih eigens eine eigene Firma und umging damit große, als risikoscheu beschriebene Studios. FĂŒr Schmitt spiegelt diese Entscheidung den Plot des Films, insofern Soderbergh selbst den Kreislauf herkömmlicher Filmverwertung zu durchbrechen versuche und ein Modell fĂŒr unabhĂ€ngiges Filmemachen demonstriere. Schließlich lobt Schmitt die Hauptdarsteller Channing Tatum und Adam Driver, denen es seiner Ansicht nach gelingt, ein „wahres, handfestes Amerika“ zu verkörpern; Tatum spiele dabei eine Variante seiner eigenen Biografie – als Gedankenspiel, was aus ihm geworden wĂ€re, hĂ€tte er nicht den Aufstieg zum Star geschafft.

Einspielergebnis

In den USA startete der Film am 17. August 2017 in den Kinos, landete in der ersten Woche auf Platz 3 der Kinocharts und war hinter Killer’s Bodyguard der zweithöchste Neueinsteiger.cite-ref-30[30] Insgesamt hielt sich „Logan Lucky“ vier Wochen unter den Top-10 der US-Kinocharts und spielte in den USA ca. 27,7 Millionen US-Dollar ein.

Die weltweiten Einnahmen des Films belaufen sich bislang auf 48,5 Millionen US-Dollar (ca. 43,5 Millionen Euro) bei einem Produktionsbudget von 29 Millionen US-Dollar (ca. 26 Millionen Euro).cite-ref-31[31]

Kinostart in Deutschland war am 15. September 2017. Hier landete er hinter High Society und Mother! als drittbester Neueinsteiger auf Platz 5 der Charts, hielt sich noch eine weitere Woche in den Top 10 und verzeichnet insgesamt bislang 203.711 Besucher, was Einnahmen von ca. 1,9 Millionen US-Dollar entspricht.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]

Der Film war „finanziell ein Flop“, sagte Steven Soderbergh in einem Interview mit Christian Aust.cite-ref-ffa-34-0[34] Es sei „offenbar eine Fehlentscheidung“ gewesen, auf klassische TV-Werbung fĂŒr den Film zu verzichten.cite-ref-ffa-34-1[34]

Auszeichnungen


‱ Nominierung in der Kategorie Big Budget – Comedycite-ref-35[35]

Dublin Film Critics’ Circle Awards 2017

‱ Nominierung fĂŒr das Beste Drehbuch (Rebecca Blunt)cite-ref-36[36]


‱ Aufnahme in die Top 10 Independent Moviescite-ref-37[37]

Phoenix Film Critics Society Awards 2017

‱ Nominierung in der Kategorie The Overlooked Film of the Yearcite-ref-38[38]

Weblinks

‱ Logan Lucky bei IMDb
‱ Logan Lucky in der Deutschen Synchronkartei
‱ Logan Lucky – Trailer von Studiocanal GmbH bei Youtube (Video)
‱ Logan Lucky bei Rotten Tomatoes (englisch)

Einzelnachweise

cite-note-fsk-11. Freigabebescheinigung fĂŒr Logan Lucky. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; PrĂŒf­nummer: 170400/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 lĂ€nger als 4 Zeichen
cite-note-jmk-22. Alterskennzeichnung fĂŒr Logan Lucky. Jugendmedien­kommission.
cite-note-33. ↑ https://www.wilmaa.com/programs/der-hillbilly-coup/142973072; abgerufen am 20. MĂ€rz 2021
cite-note-44. ↑ Steven Sonderberghs new movie writer likely doesnt exist. In: The Hollywood Reporter. 27. Juli 2017, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
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